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Hektik Network

Kunstforum International Bd. 185 Mai - Juni 2007
16-05-07

"Parasitäre Architektur - Schmarotzer in der Stadt" von Ulf Jonak

"...Parasitäre Architektur nutzt die vorhandene Substanz, aber zerstört sie nicht. Im Gegenteil: Als Schmarotzer muss sie Sorge für das Überleben ihres Wirts tragen. Auch wenn der Wirt im Grunde sich überlebt hat und nicht mehr in die Zeit oder an den Ort passt. So sind die bunkerbauten des zweiten Weltkriegs störende Relikte im städtischen Gefüge. Ihre kaum zu sprengenden Volumen eignen sich jedoch für die improvisierte Nutzung als Lager, Gebrauchswaren-Kaufhäuser, Musikübungsräume usw. INDEX-Architekten in Frankfurt erkannten die Qualität der monolithischen Betonblöcke und pfropften einem Bunker im sich wandelnden Osthafengebiet Frankfurts den Bau des "Instituts für Neue Medien" (zusätzlich Ateliers) auf. Der Monolith ist nicht nur Fundament, sondern bietet Zugang, Treppenhaus und sein Adersystem (Strom,Wasser) zur Nutzung an, sichert damit zugleich sein Dasein. Er ist Relikt und wird doch zur Keimzelle für eine neue Nutzung des Umfeldes. Gerade der Kontrast zwischen dem alten, unheimlichen, an Schreckliches erinnernde, verstörenden und störenden Block und dem neuen, lichten, filigranen, kipplig auf dem Betonklotz ruhenden und zukunftsweisenden Aufbau erzeugt einen gewinn an Komplexität, eine irritierende Spannung, die ein Abriss und Neubau kaum oder nur unter aufwendigen Anstrengungen geschaffen hätte."






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